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In der Ausgabe vom Januar 2006 berichtet die Kölner Illustrierte über den ‘Ladenleerstand’ in Köln unter dem Titel: LAUTER LEERE LÄDEN u.a. auch über das ART-HOPPING-RPOJECT .

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Der Kölner Stadtanzeiger schrieb am 16.09.2005:

Mit Erdbeeren gegen Leerstand
VON NINA TRENTMANN


Die Aktion „Zwischenräume“ ist eine von vielen Ideen, öden Straßenzügen Leben einzuhauchen.

Manchmal bedarf es einer guten Fee, um aus einem herunter gekommenen Ladenlokal, das schon lange keinen Kunden mehr gesehen hat, ein Kleinod zu machen. Zumindest auf Zeit. Nele Reimer ist so eine gute Fee. Die Designerin ist in den vergangenen Monaten kreuz und quer durch Köln geradelt - auf der Suche nach leeren Schaufenstern.

Klingt verrückt, hatte jedoch einen simplen Grund. Die 27-Jährige hatte den Ladenleerstand in Köln zum Thema ihrer Diplomarbeit an der „Köln International School of Design“ gemacht. Die Arbeit ist inzwischen abgeschlossen. Eine ihrer Ideen: Aus Läden, die sich zeitweise nicht vermieten lassen, „Zwischenräume“ zu machen. Wie das geht, hat die junge Designerin auch gleich ausprobiert. Im Belgischen Viertel, eigentlich eine der Top-Lagen Kölns, wurde aus einem ehemaligen Fahrradladen der „Zwischenraum“ einer jungen Design-Agentur, die dort ihre neue T-Shirt-Kollektion präsentierte, zu Konzerten und natürlich zum Lesen der ungewöhnlichen Diplomarbeit einlud.

„Toten Raum lebendig machen“ - das ist der Grundsatz, aus dem eine Organisation entstehen soll, die sich um „Zwischenmieter“ kümmert. Sie können leere Ladenlokale so lange kostengünstig nutzen, bis sich ein neuer Mieter findet. Der Name der Aktion: „Strawberry Field“. Ihr Markenzeichen: eine grüne Erdbeere. An jedem Schaufenster, in dem es nichts zu sehen gibt, müsse die grüne Erdbeere kleben, „als Zeichen dafür, dass dort etwas wachsen kann“, sagt Reimer. Rot bedeutet: Hier tut sich was. Auch die Besitzer der Immobilien müssten ein gesteigertes Interesse daran haben, „dass schöne Schaufenster mehr Aufmerksamkeit erzeugen, als wenn man sie mit Zeitungspapier zuklebt. Darunter leidet die ganze Straße.“

Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands, Uwe Klein, ist skeptisch, ob „Strawberry Field“ erfolgreich sein kann. Letztlich ist ihm jede Initiative willkommen, die dem „Trading Down“, dem Ausbluten der Vorstadtzentren, entgegenwirkt. „Das Sterben des mittelstandsgeführten Einzelhandels beobachten wir schon lange.“ In den USA habe man ein Mittel gefunden, um dem Niedergang entgegenzuwirken. „Dort schließen sich Gewerbetreibende und Grundeigentümer zu Business Improvement Districts zusammen.“ Ihr Prinzip: Wenn die Mehrheit sagt, es müsse in die Straße investiert werden, kann die Kommune dafür eine Steuer erheben. „Eine bestechende Idee, nach deutschem Recht aber nicht machbar“, so Klein. In Hamburg und Berlin gebe es solche Zusammenschlüsse auf freiwilliger Basis.

Köln dagegen versucht, durch regelmäßige Gespräche mit dem Haus- und Grundbesitzerverein auf die Eigentümer einzuwirken, die Ladenmieten nicht bis zum letzten Cent auszureizen. „Leider gehören die Läden immer häufiger Erbengemeinschaften. Da ist es schwierig, Verständnis für das Niveau der Straße zu finden“, sagt Klein.

Was Nele Reimer mit ihren „grünen Erdbeeren“ versucht, macht Torsten Gripp auf ganz ähnliche Weise. Er zieht mit seinen Künstler-Kolleginnen Katja Walter und Renáta Mussett von einem Schaufenster ins nächste. Ihre „Ateliergemeinschaft drai“ stellt dort für die mieterlose Übergangszeit einfach Bilder aus. Seine Erfahrung: „Eigentlich wollen uns die Eigentümer immer noch nicht. Sie möchten natürlich lieber vermieten“, sagt Gripp. Doch inzwischen habe sich „drai“ so einen Namen gemacht, dass man sie gegen eine geringe Überlassungsgebühr und die Zahlung der Strom- und Wasserkosten akzeptiere. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: „Wir garantieren, dass wir binnen drei Tagen weg sind. Dafür bieten wir ihnen ein künstlerisches Flair.“ Zur Zeit gastiert das Künstler-Trio in Mülheim - am Clevischen Ring.

Doch am besten sind immer noch Ideen, mit denen sich Geld verdienen lässt. Wie bei Yvonne Kunde und Iris Hilbig in der Engelbertstraße. In ihrem Klamotten-Laden gibt es nur Stücke aus Kleinstproduktionen. „Andere Sachen als in der City“, sagt die 31-Jährige. Selbst Entworfenes hängt neben Kollektionen von jungen Designern aus Berlin oder München. „Bisher läuft's“, sagt Yvonne Kunde. Und das wird nicht nur an ihrem Namen liegen.


In der Ausgabe vom Donnerstag, den 05.02.2004 berichtete der Kölner Stadtanzeiger über die Ateliergemeinschaft.

 

MACHER & MÄRKTE

Kunst in leere Läden bringen
Ateliergemeinschaft drai wandert mit ihren Werken durch Köln
von B. AUS DER WIESCHE, 05.02.2004

Verwaiste Ladenlokale sind kein gutes Aushängeschild für eine Geschäftsstraße. Drei Kölner Künstler wissen Abhilfe.

VON B. AUS DER WIESCHE

Der Anfang ist gemacht. In der Kölner Marzellenstraße 45-49, wo seinerzeit ein afghanischer Import-Export-Laden unterbracht war, gibt jetzt die Kunst den Ton an. Ölbilder in kräftigen Farben hängen und stehen an den Wänden, Skulpturen lockern den Raum auf. Mitten drin drei Freunde - Katja Walter (31), Renáta Mussett (35) und Torsten Gripp (44), die Künstler. Sie haben sich gerade zur "Ateliergemeinschaft drai" zusammengeschlossen, um eine neue Idee umzusetzen, das "art hopping project". Das Trio will mit seinen Werken durchs Stadtgebiet wandern, immer dorthin, wo gerade ein Geschäft leer steht. Unterstützt wird es von der Firmengruppe Bachem und der Kölner Immobilienverwaltung Ach!

Der Einfall kam den Freunden, als Torsten Gripps Frisör bedauernd darauf hinwies, dass in der Marzellenstraße schon wieder ein Laden leer stehe, "und man da was machen müsste". Von "art hopping" versprechen sich alle Beteiligten etwas - die Immobilienbesitzer sehen ihre Flächen während des Leerstands aufgewertet, die Nachbarschaft freut sich, weil die Interimsmieter angenehm sind, und die drei Künstler können sich auf diese Weise einem breiten Publikum präsentieren. Für die Nutzung des jetzigen Ladenlokals zahlen sie lediglich Heizung, Strom und Wasser. Ihre nächste Station wird voraussichtlich der Friesenwall sein.

Die Ateliergemeinschaft knüpft hohe Erwartungen an das Projekt. Sie hofft auf den künstlerischen Durchbruch, "aber mit leisen Tönen", wie Renáta Mussett versichert. Gefragt, welcher Kunstrichtung sie sich zugehörig fühlen, antwortet Gripp spontan: "Keinem Ismus." Er ist der Autodidakt in der Runde, von Beruf Polizist, und nach eigenen Worten "völlig losgelöst von Tradition und Lehre". Sein Lieblingsthema: die Visualisierung der binären Geschwindigkeit. Was das ist, erklärt er gern selbst.

Mussett, aus der Slowakei stammend, wo sie unter anderem Bildende Kunst studiert hat, schildert sich als "sehr organisiert". Bevor sie malt, hat sie das Motiv im Kopf, doch meistens ändert es sich, während sie an der Staffelei steht. Katja Walter malt "aus dem Bauch heraus". Sie hat an der Akademie der Bildenden Künste in Wien Tapisserie studiert und einen Diplom-Abschluss. Ihr Schwerpunkt ist das Arbeiten in Öl. Walter gibt ihren Bildern nur ungern Titel, "denn dann gucken die Leute nur auf das Schild und sehen gar nicht mehr die eigentliche Arbeit".

Für Freitag, 6. Februar, 19 Uhr, laden die drei (die sich "drai" schreiben) in ihren derzeitigen Ausstellungsraum an der Marzellenstraße 45-49 zu einer Vernissage ein. Jeder Kunstinteressierte ist willkommen. Die Devise lautet "Sekt oder Selters".

Wanderer zwischen den Welten: Renáta Mussett (vorn), Torsten Gripp und Katja Walter. Sie wollen mit ihrer Idee die Kunst zum Volk bringen. BILD: RAKOCZY

Der Kölner Wochenspiegel berichtete über unsere Arbeit:

12Mai2004

 

 

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Künstleratelier dRAI · Dr. R. Mussett 0172-2444647
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